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Chronik Senioren-Theater St. Gallen
Liste der gespielten Theaterstücke: siehe (Archiv Stücke)
    Gründung durch Elsa Bergmann
 
1977 wurde nicht nur Kurt Furgler Bundespräsident, 1977 hatte Elsa Bergmann, ebenfalls aus St. Gallen, 48-jährig, ehemalige Altersheim-Leiterin, eine zündende Idee: ich gründe ein Senioren-Theater. Zwar hatte es damals bereits in Zürich Theater spielende Senioren gegeben, aber hier in der Ostschweiz war die Idee neu und stiess auf Skepsis, auch in der Familie Bergmann. Was spielen? Es gab doch keine Theaterstücke für Senioren!

     
     
    Die Nach-Bergmann-Ära

 

Bevor sich Elsa Bergmann nach rund 1200 Vorstellungen vom Senioren-Theater St. Gallen zurückzog, erfüllte sie sich noch einen alten Wunsch, nämlich selber eine Rolle zu spielen. Dies gelang mit ihrem eigenen Stück „Wellness über alles“ 2002-2004 unter der neuen Regisseurin Brigitte Schwarz, die auch gleich das Präsidium übernahm. Der Wechsel bedeutete eine grosse Umstellung. Die neue Regisseurin hatte andere Theater-Erfahrungen mitgebracht, und neu war auch, dass das nächste Stück „Mit üs uf kein Fall“ zum ersten Mal bei einem Theaterverlag eingekauft werden musste. Auch diese Produktion wurde ein Erfolg, so dass das Jubiläum des 30-jährigen Bestehens 2007 mit der Gewissheit gefeiert werden konnte, dass das Senioren-Theater St. Gallen weiter lebt.


Mit dem nächsten Stück „Himmel oder Hölle“ (2006-08) sollte etwas Lebensernst über die Bühnenrampe hinaus strahlen. Ein Teil des Publikums allerdings reagierte darauf zwiespältig. Brigitte Schwarz, die infolge Überlastung bereits 2005 das Präsidium an Hansruedi Käser abgetreten hatte, trat nach „Himmel oder Hölle“ auch als Regisseurin zurück.


Von Regisseurin zu Regisseurin

 

 

Ab 2008 konnte eine vielseitig ausgebildete Theaterfrau, Erja Fischer, mit der Regie für zwei Komödien beauftragt werden: „Öppe e Million“ und „Zuefällgit’s“.

Beide Stücke kamen beim Publikum sehr gut an und erzielten je fast 60 Aufführungen. Darauf folgte die grosse Enttäuschung: die beliebte Regisseurin, die von Anbeginn den „richtigen Ton“ gefunden hatte, zog Richtung Westschweiz, so dass die Zusammenarbeit beendet werden musste.

 

 

 

 
Unter der Leitung der Profi-Schauspielerin Isabelle Rechsteiner folgte die nächste Produktion: „De Lieblingsschüeler“ von Wehrli/Stadelmann. Die Erarbeitung erwies sich von den Umständen her als sehr schwierig, schwierig für die Regisseurin und die Spielenden. Umso erfreulicher war, dass die knapp 60 Aufführungen eine Leichtigkeit bekamen, bei denen das begeisterte Publikum nichts mehr von den früheren Schwierigkeiten ahnen konnte.
Das Heft in die eigene Hand genommen

 

Eine aufwändige Aufgabe bleibt stets die Suche nach einem neuen Stück, das von Seniorinnen und Senioren überzeugend auf die Bühne gebracht und als Wanderbühne realisiert werden kann.
In dieser Situation überraschte uns 2013 das langjährige Mitglied Ruth Weymuth mit einem eigenen Stück: „Es gaht au anderscht“. Es handelt von einem gut situierten Ehepaar, das vor der Herausforderung steht, vorübergehend drei Leute aus Peru zu beherbergen. Das Skript wurde zusammen mit der Autorin von einem Team überarbeitet; die Realisierung 2014–2016 löste beim Publikum grosses Echo aus, da es einerseits sehr unterhaltend und anderseits ein Lehrstück ist. Die Regie führte Ruth Weymuth selber, wobei auch Christian Johannes Käser, ein Schauspiel-Profi, wertvolle Impulse gab.


    Das nächste Stück stammte vom Berner Schriftsteller Hans Stalder, der noch während unserer Tournee im Alter von 96 Jahren verstarb. Seine gute Geschichte hatte für uns zwei Nachteile: Sie war zu lang und passte vom sprachlichen Duktus her nicht in unsere ostschweizerische Gegenwart. Im Einverständnis des Autors überarbeitete ein Team unter der Federführung unseres Mitglieds Ernesto Huber das Stück. Hiess das Theaterstück ursprünglich „Hallo Grosi“, so hiess unsere Version nun „Blueme chömed nie ällei“. Die Regie führte gekonnt Hansruedi Käser, unser früherer Präsident, der inzwischen das Präsidium an Claire Bischof abgegeben hatte. Wertvolle Unterstützung leistete wiederum sein Sohn, Christian Johannes Käser. Die über 50 Aufführungen, darunter im Oktober 2017 am Internat.  Seniorentheaterfestival in Andelsbuch (A), waren ein voller Erfolg.  


Bild folgt

Andrea Richle Özütürk

Für die Inszenierung des neuen Stücks «Feminine Charme» 2018 konnte Andrea Richle Özütürk  verpflichtet werden. Andrea engagiert sich seit Jahren erfolgreich im Laientheater aller Altersstufen und ist neben der Theaterarbeit auch als Chorleiterin tätig. In den zahlreichen Proben erarbeitete sie gemeinsam mit den Spielern Schritt für Schritt szenische Lösungen, wobei sie oft Anregungen entgegennahm und konzeptionell umsetzte. Sie ermunterte alle Beteiligten zur Kreativität und Eigenverantwortlichkeit. Die fruchtbarsten Vorschläge und Angebote der Spieler konnten häufig direkt ins Stück übernommen werden. Dadurch gelang es ihr, eine entspannte Atmosphäre herzustellen und die individuellen Fähigkeiten der Spieler so zu organisieren, dass keine Konflikte entstanden. Andrea hat mit viel Einfühlungsvermögen und grossem psychologischen Geschick dazu beigetragen, dass das Stück beim Publikum sehr gut ankommt.

 

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